Die stark steigende Anzahl
von Menschen mit HIV führt zu einem
parallel zunehmenden Informationsbedürfnis
bezüglich der spezifischen Risiken
und Möglichkeiten auf Reisen. Personen
mit HIV möchten oder müssen sich
ebenso auf Auslandreisen begeben wie Nichtbetroffene.
Aufgrund ihrer besonderen Situation und
des hohen Risikos, sich vermehrt Infektionen
zuzuziehen, ist eine umfassende Reisevorbereitung
und die Beachtung von Vorsichtsmassnahmen
während und nach der Reise von grosser
Bedeutung.
feststellen,
ob für die anvisierten Länder
ein HIV-Test zur Einreise verlangt
wird
•
notwendige
Impfungen durchführen (siehe Tabellen)
•
allfällige
Malariaprophylaxe festlegen
•
Versicherungsschutz
im Ausland abklären, Rückführungsversicherung
abschliessen
•
Reiseapotheke
zusammenstellen
Während
der Reise
•
Vermeiden
von Magen-Darm-Infektionen durch Beachten
der Regel «boil it, cook it,
peel it – or forget it»
•
allfällige
Malariaprophylaxe durchführen
•
auf
ausreichenden Schutz vor Insektenstichen
und Sonneneinfluss achten
•
bei
sexuellen Kontakten mit qualitativ
gutem Kondom schützen
Nach
der Reise
•
HIV-Patienten
mit Symptomen oder wenn Beschwerden
aufgetreten sind: den Arzt konsultieren.
Was
ist vor der Reise zu beachten?
Reiseplanung
mit dem Arzt
•
Jede/r
HIV-Betroffene mit Reiseplänen
sollte vor Abreise den behandelnden
Arzt konsultieren. Dieser wird den
Gesundheitszustand abklären, wobei
die Immunabwehr eingeschätzt und
vergangene oder aktuelle Krankheiten
sowie Allergien beachtet werden. Für
eine umfassende Beratung benötigt
der Arzt Angaben zu Reiseroute, Aufenthaltsorten
und Dauer der Reise ebenso wie Informationen über
die am Reiseziel vorhandene Infrastruktur.
Daraus leiten sich die nötigen
vorbeugenden und therapeutischen Massnahmen
ab.
•
Klären
Sie in jedem Fall ab, ob in den anvisierten
Ländern ein HIV-Test für
den Aufenthalt verlangt wird! Die Liste
dieser Länder ändert häufig
und ist in Reiseimpfungszentren erhältlich.
•
Lassen
Sie einen Arztbericht (in Englisch)
ausstellen, den Sie mitnehmen.
Empfohlene
Routine-Impfungen bei HIV-Patienten
•
Die
Wirksamkeit von Impfungen ist bei Menschen
mit beeinträchtigtem Immunsystem,
besonders bei Patienten mit fortgeschrittener
HIV-Infektion, geringer im Vergleich
zur Normalbevölkerung. Die Erfahrung
hat gezeigt, dass die möglichst
frühe aktive Impfung wichtig ist,
wenn früher oder später ein
möglicher Immunisierungsbedarf
gegen diese Krankheiten besteht.
•
Ein
beeinträchtigtes Immunsystem bedingt
zusätzliche Impfungen gegen weitere
Krankheiten.
•
Gleichzeitig
ist eine geschwächte lmmunabwehr
Grund zum Verzicht auf gewisse Impfungen.
•
Im allgemeinen
werden HIV-Positiven folgende Impfungen
empfohlen:
–
Lungenentzündung
durch Pneumokokken sowie Haemophilus-Infektion:
Eine Impfung sollte auch ohne Reisepläne
erfolgen.
–
Grippe:
sollte jährlich durchgeführt
werden, um fiebrige Zustände
zu vermeiden.
–
Diphtherie
und Starrkrampf: Der Impfschutz
gegen diese Krankheiten muss, unabhängig
von HIV, alle zehn Jahre erneuert
werden.
–
Hepatitis
A: Ein neu verfügbarer Impfstoff
wird für alle Reisende in
Entwicklungsländer aufgrund
des hohen Ansteckungsrisikos empfohlen.
–
Hepatitis
B: wird übertragen wie eine
HIV-Infektion. Die Impfung ist
nicht grundsätzlich Bedingung,
wenn die entsprechenden Regeln
(kein Spritzenaustausch, usw.) eingehalten
werden.