Kopfschmerzen
bei
Erkältung, Grippe
schwerwiegenden Gesundheitsstörungen
•
Migränekopfschmerzen
mit und ohne Aura
Wir alle leiden gelegentlich
an Kopfschmerzen. Meistens sind diese nicht
sehr stark und erfordern auch keine medizinischen
Massnahmen. Häufig handelt es sich dabei
um Spannungskopfschmerzen, um das «gewöhnliche»
Kopfweh. Tritt es immer wieder auf, so sind
allgemeine Massnahmen für eine verbesserte
Lebensweise wichtig, d.h. mit genügender
Erholung, ausreichendem Schlaf, körperlicher
Betätigung,
gesunden Ernährungsgewohnheiten sowie
Verzicht auf schädliche Genussmittel.
Nur mit grosser Zurückhaltung dürfen
zur Linderung einfache Schmerzmittel wie
Acetylsalicylsäure oder Paracetamol
( rezeptfrei in der Apotheke erhältlich)
eingenommen werden. Regelmässige Einnahme
von Schmerzmitteln gegen Kopfweh bedeutet
Fehlgebrauch und stellt die häufigste
Ursache von hernach nur schwer behandelbaren
chronischen Kopfschmerzen dar.
Kopfschmerz tritt aber auch als meist nebensächliche
Begleiterscheinung auf, etwa bei Erkältung
oder Grippe. Er kommt aber auch bei zahlreichen
schwerwiegenden Gesundheitsstörungen
vor, welche zwingend einer eingehenden medizinischen
Abklärung bedürfen.
Wann braucht es medizinische Hilfe? Der
Rat von Fachpersonal ist erforderlich, wenn
Kopfschmerzen erstmals und ungewohnt, besonders
rasch oder gar plötzlich
auftreten, wenn sie überaus heftig sind
und wenn sie andauern oder gar zunehmen.
Fachliche Hilfe braucht es ausserdem bei
neu auftretendem oder schon länger bekanntem
Kopfweh, welches den normalen Tagesablauf
oder Schlaf behindert.
Alarmierend ist auch eine
Wirkungseinbusse von Kopfwehmitteln – was
zu unausweichlichem Mehrgebrauch führt.
Tritt also auch nur eines dieser Symptome
auf, oder sind ganz einfach Beunruhigung
und Angst eingetreten, so ist dies in der
Arztpraxis anzusprechen.
Migräne
ist eine Funktionsstörung des Gehirns
und zeigt sich wie folgt:
•
anfallsartige
Kopfschmerzen, oft mehrere Stunden dauernd,
meist stark
•
meist
halbseitenbetont, pulsierend
•
verstärkt
durch Anstrengung/verminderter Ruhe
•
Übelkeit,
Erbrechen, Licht - und Lärmempfindlichkeit
•
schwere
Gesamtbeeinträchtigung
•
eventuell
Vorangehen einer AURA (Migräne mit
Aura)
•
Sehstörungen
•
Missempfindungen
•
Lähmungen,
Sprachstörungen
•
Migräne
ohne AURA
Migräne
ohne AURA
Der
Migräneanfall entspricht
einer vorübergehenden Funktionsstörung
des Gehirns mit Fehlsteuerung der Blutzirkulation
in den Kopfgefässen. Diese erweitern
und entzünden sich und verursachen dadurch
eine meist starken, oft halbseitig betonten,
pulsierenden Kopfschmerz. Dazu kommen vegetative
Erscheinungen, wie Schwindel, Brechreiz,
Erbrechen, Magen- Darm- beschwerden, Blutdruckabfall
und Schwitzen. Weitere Folgen der gestörten
Hirnfunktionen sind Müdigkeit bis zum
Leistungseinbruch, Einschränkung des
Denkvermögens, ausgesprochenes Unwohlsein,
sowie Empfindlichkeit auf Licht und Lärm.
Insgesamt entsteht eine schwere allgemeine
Beeinträchtigung, begleitet von Angst
und Verzweiflung.
Migräne
mit AURA
Unmittelbar vor dem Eintreten der Schmerzen werden manche an Migräne Leidende
von Fehlfunktionen der Nervenzellen bestimmter Hirngebiete befallen. Diese Störungen
dauern mehrere Minuten oder länger und entsprechen einer sogenannten AURA:
Häufig handelt es sich dabei um Sehbeeinträchtigungen (Augenmigräne)
mit Auftreten von sich vergrössernden Blitzen und z.T. farbigen Zackenmustern,
Blendenflecken und Unscharfsehen bis zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Es kann
aber auch zu vorübergehend dramatischen beängstigenden Missempfindungen
einer Körperseite und manchmal zu gleichzeitigen Sprachstörungen kommen,
seltener auch zu verschiedenen weiteren Ausfällen.
Allgemeine Massnahmen
Grundlegend
ist eine eindeutig feststehende Diagnose.
Die eingehende Information und Beratung durch
eine Fachperson sind zudem wichtige Voraussetzungen
für ein erfolgreiches
Vorgehen und zur Beseitigung der anfangs
fast immer vorhandenen Angst. Diese belastet
zusätzlich und macht um so anfälliger.
Eine wirksame Anfallsbehandlung lässt
Hoffnung schöpfen und hat demnach auch
eine vorbeugende Wirkung.
Demgegenüber führt
schutzloses Erleiden oft zu Verzweiflung
und zu immer stärkerer Anfälligkeit.
Bei noch unbekannter oder zweifelhafter Diagnose
ist also qualifizierte fachliche Hilfe unentbehrlich.
Am wichtigsten sind im übrigen die Massnahmen
entsprechende den Einsichten, wie sie einerseits
durch die Erfahrung des Leidens gewonnen
werden, anderseits aber auch durch vermitteltes
Wissen. Dazu sollen die vorliegenden Erläuterungen
helfen.
Leichtere Anfälle können
manchmal noch zu Beginn durch sofortige Ruhe,
Abliegen und so einfache Mittel wie die Einnahme
von schwarzem Kaffee mit Zitrone zum Abklingen
gebracht werden.
Anfallsbehandlung
Oft helfen einfache Medikamente
wie Acetylsalicylsäure oder Paracetamol,
welche unter zahlreichen Markennamen und
Darreichungsformen rezeptfrei erhältlich
sind. Besonders geeignet sind Pulver und
Brausetabletten, weil damit ein rascher Wirkungseintritt
zu erzielen ist. Die Einnahme soll frühzeitig
und wenn immer möglich begleitet durch
Ausruhen erfolgen. Vor einem übermässigen
Gebrauch von Schmerzmitteln sei jedoch nochmals
ausdrücklich gewarnt.
Auch bei starken Anfällen
gilt es, zunächst eine Ruhepause mit
Abliegen in dunkler und stiller Umgebung
einzuschalten. Allerdings ist dies ja nicht
immer machbar. Weiterarbeiten erweist sich
oft als unproduktiv, je nach Beschäftigung
aber auch als gefährlich. Dies gilt
ganz speziell im Strassenverkehr, um so mehr,
wenn etwa im Verlaufe einer Aura Sehstörungen
auftreten. Spezifisch wirksame Substanzen,
sogenannte Migränemittel, sind meistens
unentbehrlich. Diese müssen ärztlich
verschrieben und in Bezug auf Wirkung und
Nebenwirkung überwacht werden. Im «Jahrzehnt
des Gehirns» hat eine sehr umfangreiche Forschung
neue Grundlagen zum Verständnis der
Hirnfunktion hervorgebracht. Eine zentrale
Bedeutung kommt den Neurotransmittern zu,
speziell dem Serotonin (5-HT). Dieser körpereigene
Botenstoff beeinflusst in verschiedener Hinsicht
unser Verhalten. Er ist auch an der Informationsverarbeitung
und der Organsteuerung beteiligt. Namentlich
beeinflusst Serotonin aber auch die Verengung
und Erweiterung der Blutgefässe im Kopfbereich,
welche ja im Migräneanfall fehlgesteuert
sind. Das dem Serotonin sehr ähnliche
und damit ebenfalls gefässaktive (Erweiterung/
Verengung/Entzündungshemmung) Sumatriptan,
ist derzeit die wirksamste verfügbare
Substanz. Es kann den Ablauf des Migränegeschehens
günstig beeinflussen und hemmen und
erweist sich bei bis mehr als 90% der behandelten
Migräneanfälle als wirksam. Seine
hohe Spezifität gewährleistet,
in einem vertretbaren Verhältnis zu
möglichen Nebenwirkungen, eine bisher
unerreicht hohe Wirkungserwartung.